An ihm kommt kein Schiff vorbei: Der Shipspotter Thomas Kunadt fotografiert in Hamburg tagtächlich alle Schiffe dieser Welt. Als Shipspotter lauert er ihnen den ganzen Tag auf und sammelt die Schnappschüsse akribisch. Inzwischen hat er aus dem Hobby einen Beruf gemacht – und wetteifert mit anderen Pott-Paparazzi eifersüchtig um den besten Schuss.
In der Ferne ist ein tiefes Tuten zu hören. Thomas Kunadt unterbricht seinen Satz, lauscht dem Horn andächtig und lächelt sanft. Dabei wirft er einen schnellen Blick auf seine beiden Bildschirme. Danach redet er weiter über Frachter, Öltanker und Containerriesen. Schiffe sind Kunadts Beruf und Berufung in einem.

Shipspotter lautet der Fachbegriff für Kunadts Lebensinhalt. Überall, wo Schiffe vom Land aus beobachtet werden können, liegen Shipspotter mit riesigen Objektiven auf der Lauer und jagen einem neuen Bild für ihre Sammlung nach. Kunadt ist einer der wenigen, die davon auch leben können. Bis zu fünf Mal am Tag fährt er von seiner Wohnung im Hamburger Viertel Blankenese mit dem Rad an die knapp 300 Meter entfernte Elbe und fotografiert vorbeifahrende Schiffe.

«Mit den Schiffen liefere ich täglich ein Wettrennen, sie bestimmen meinen Lebensrhythmus.»
(Thomas Kunadt)

